Das Projektmanagement

// Herzschlag des Projekts 

Auch im Bauwesen ist das Projektmanagement ausschlaggebend für den Erfolg eines Projekts. Wird das Projektmanagement von Anfang an ideal und vor allem effizient geplant, so steht dem Baustart, dem Umbau und auch der letztendlichen Eröffnung nichts mehr im Weg.

Die Planung vor dem eigentlichen Baustart, dazu zählt die Erstellung eines Bauzeitenplans oder auch die Koordination der einzelnen Gewerke, wird ebenfalls von uns übernommen. Die Projektmanager organisieren nach Projekterteilung penibel alle Gewerke, holen sich Angebote rein und sprechen mit den Verantwortlichen vor Ort. Nur auf diese Weise kann geplant werden, wann der Boden verlegt, die Trockenwände aufgestellt und die ersten Kabel verlegt werden können. Für den Laien oftmals nicht sichtbar, ist das Projektmanagement doch das langwierigste an einem neuen Bauprojekt. Klingt erstmal unspektakulär, ist allerdings essenziell.

Ein gutes Projektmanagement setzt sich unserer Meinung aus verschiedenen Punkten zusammen:

Die Vorbereitungsphase:

Zuerst werden hier die Ideen des Kunden genaustens festgehalten und die Möglichkeiten für das explizite Projekt identifiziert. Die ersten konkreten Planungen werden in einem Projektplan festgehalten und teilweise mit einer Zeichnung unterstrichen.

Die Erstellungsphase:

In dieser Phase werden vorwiegend die Projektinhalte bestimmt und mit dem Kunden die Projektplanung sowie die ersten Zeichnungen besprochen. Besonders in dieser Phase werden noch Änderungen der ersten Ideen gemacht und neue Vorschläge an die nun analysierte Umgebung des Projekts angepasst. Erste Hindernisse werden besonders in der Erstellungsphase sichtbar und versucht zu umgehen.

Die Planungsphase:

Der fertige Projektplan wird ausgeführt, die ersten Gewerke beauftragt, die Baustelle besucht und die Angebote geschrieben sowie überprüft. In der Planungsphase werden die Gewerke bestimmt, die dann vor Ort das Projekt umsetzen sollen. Wir greifen bei der Auswahl der Gewerke auf ein großes Netzwerk aus Handwerkern, Elektrikern oder Trockenbauern zurück, auf die wir uns seit Jahrzehnten verlassen können. 

Die Steuerungsphase:

Hier passiert alles vor Ort des Projekts. Unsere Projektmanager fahren in dieser Phase mehrmals auf die Baustelle und kontrollieren die einzelnen Bauphasen. Dabei gibt es natürlich auch mal das ein oder andere Hindernis, welches bewältigt werden muss. Nicht immer spielt das Einkaufscenter mit oder eine Lieferung verspätet sich. Nicht immer planbar aber zu händeln. Eine sehr spannende Phase, die wir persönlich immer Begleiten und das sehr oft vor Ort.

Die Abschlussphase:

In der letzten Phase beenden die Gewerke vor Ort ihre Arbeit und der Kunde kann mit seinem Team die letzten Handgriffe erledigen. Die von uns beauftragte Reinigungsfirma beseitigt den letzten Baustellenstaub und der neue Laden, das neue Hotel oder Büro, die neue Gastronomie kann eröffnet werden.

Diese Phasenaufteilung klingt vielleicht auf den ersten Blick langfristiger, als es letztendlich ist. Oftmals haben wir dafür nur wenige Wochen Zeit – deshalb sind unsere Projektmanager auch Organisationskünstler, die mehrere Projekte gleichzeitig managen und dabei niemals den Überblick verlieren.

Doch alle Phasen haben wir fest im Griff. Nicht nur durch die genaue Planung der ersten Phasen, sondern auch durch den stetigen Kontakt mit dem Kunden und den Gewerken vor Ort, sind wir näher und persönlicher als andere Ladenbauer. 

Retail Beleuchtung

// Licht an 

Seit mehr als 25 Jahren stattet Stefan Haase verschiedene Läden mit den individuellsten, neuesten und pass-genausten Lichtkonzepten aus. Doch welche Neuheiten und Veränderungen hat er in den letzten 10 Jahren festgestellt. 

Welche Neuheiten gibt es im Bereich Retail Beleuchtung?

Stefan Haase (SH): Da die Schnelligkeit der heutigen Entwicklung der LED Technologie so rasend voranschreitet, werden so viele neue Möglichkeiten geschaffen die man gleichzeitig gar nicht alle einsetzen kann. Alleine preislich ist das hier für viele Kunden eine Frage, die sie sich stellen müssen. Die neusten Entwicklungen sind ja meistens die teuersten.

Welche Veränderungen nehmen Sie wahr welche es vor 10 Jahren nicht gab?

SH: Da gibt es eine ganze Reihe von Herausforderungen, die es früher nicht gab. Vor allem haben wir eine sich beschleunigende Entwicklung in der Arbeit mit Licht, mit dem Medium LED an vorderster Stelle. Das ermöglicht uns sowohl technische wie auch gestalterische Dinge zu realisieren, die in der Vergangenheit nicht möglich waren. Die Möglichkeit der Inszenierungen in Gebäuden, die früher nur über standardisierte Strahler machbar gewesen wären. Feine Lichtlinien, vielfältige Formen und große Lichtflächen lassen sich mit LED sehr einfach realisieren. LED erweitert also das Kreativitätsspektrum der Architekten deutlich. Das macht die Arbeit in vielerlei Hinsicht einfacher, aber auch komplizierter als vor 10 Jahren. Aber ich finde es schön, dass so viele Neuerungen durch LED machbar sind und sich so auch unsere Arbeit immer wieder wandelt und ich selber nicht auslerne. Allerdings zeigen die Neuerungen und das Schnelllebige auch, dass eine individuelle Lichtplanung immer Voraussetzung sein muss.

Was sehen sie zukünftig für die Retail Beleuchtung?

SH: Bei der Retail Beleuchtung wird zukünftig ein wesentlicher Bestandteil die Lichtsteuerung sein, die in Kombination mit versteckten Lichtquellen eine Inszenierung hervorbringen. Das Zusammenspiel dieser Gegebenheiten beeinflusst unser Kaufverhalten. Das gibt es sogar schon in vielen innovativen, neuen Läden. Allerdings wird das nach und nach der zukünftige Weg der Beleuchtung sein. 

Zukunft Ladenbau

// Gelebte Veränderungen & Zukunftstrends

Wir leben in einer unheimlich schnelllebigen Welt und hetzen immer mehr durch unseren Alltag. Beim Einkaufen, bei einer Übernachtung im Hotel oder bei einer kleinen Auszeit im Café, müssen wir dadurch abgeholt werden. Das heißt für den Ladenbau: eine Entschleunigung schaffen. Eine einheitliche Atmosphäre und die Liebe zum Detail spielen dabei eine besonders wachsende Rolle.

Es ist kein Geheimnis mehr: Kunden wünschen ein Einkaufserlebnis. Mehr und mehr fordern sie eine ganzheitliche Geschichte, die Online sowie im Laden zu finden ist und gleich erzählt wird.

Immer mehr sehen wir in den Läden daher eine Kombination aus Einkauf und Wohlfühlen: Getränke werden gestellt, große Umkleidekabinen geboten oder bequeme Lounges gezielt vor den Umkleiden platziert. Eine Entschleunigung, die zum Verweilen einlädt, nicht zuletzt durch den wohnlichen Charakter, der durch Pflanzen, Lampen oder Sitzmöglichkeiten geschaffen wird.

Gelingen kann das alles, wenn eine eigene Welt geschaffen wird, in der die Kunden förmlich eintauchen kann. Dabei sollte das Produkt im Fokus dieser kreierten Welt stehen. So schafft unser Kunde L’Occitane beispielsweise ein Gefühl von Fernweh und holt die Provence in jeden einzelnen Laden. Dabei spielt L’Occitane mit allen Sinnen und schafft durch Optik, Geruch, Musik und Haptik ein gelungenes Zusammenspiel einer Erlebniswelt. Jede Einkaufswelt sollte daher auf den Kunden und deren Bedürfnisse abgestimmt sein – von klein bis groß.   

Neben dem wachsenden Bedürfnis der Entschleunigung und des Wohlfühlens, ist die Digitalisierung im Ladenbau genauso relevant, wie in jeder anderen Branche. Schon seit Jahren sind auch hier die Veränderungen bezüglich des Digitalen Wandels zu spüren. In jedem Laden, den wir umbauen, erneuern oder neu bauen sind Bildschirme, Fernseher oder intelligente Kassensysteme schon lange ein fester Bestandteil. Dabei ist aber nicht jede Neuerung auf dem Markt auch auf den Ladenbau anwendbar. So müssen sich unsere Kunden bewusst sein, wo die Digitalisierung für den Verkauf ihrer Produkte eine wichtigere Rolle spielt. Hier unterscheiden wir besonders zwischen der Technik hinter den Kulissen, wie zum Beispiel ein ausgeklügeltes Lagersystem, und der sichtbaren Digitalisierung am POS, wie Touchbildschirme mit zusätzlichen Informationen zu den Produkten oder veränderbares Licht in der Umkleidekabine. Etliche Marken und neue Ladenkonzepte leben die Neuheiten von morgen vor und testen digitalisierte Konzepte bereits in den ersten Städten. Dabei stehen besonders LED-Walls im Fokus – diese können genauso für eine schnelle Änderung des Einkaufserlebnis genutzt werden, wie für die personalisierte Ansprache jedes einzelnen Kunden. Empfehlungen oder Neuheiten können so auf einfachste Weise individuell präsentiert werden.

Die zukünftige Generation ist mit Smartphones, Tablets und Co. aufgewachsen und wird auch zukünftig ihr Leben über intelligente Devices steuern. Daher müssen die Einzelhändler ihre Läden daraufhin weiter nach vorne bringen und dürfen nicht auf der derzeitigen Stufe der Digitalisierung stehen bleiben. Eine Weiterentwicklung und das Mitgehen der neuen Möglichkeiten ist auch für den Ladenbau daher unumgänglich.

Auch unsere Arbeit hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. So stehen wir öfter vor der Herausforderung ideale Positionen von Steckdosen und elektronische Möglichkeiten in unsere Konzepte mit einzubauen. Da muss in der Umkleide genauso die Möglichkeit der Stromversorgungen gegeben sein, wie im Eingangsbereich oder an den Regalen. Nur so kann unser Kunde die Digitalisierung in seinem Laden ermöglichen. Somit müssen auch wir stetig auf dem neuesten Stand der Entwicklungen sein, um unseren Kunden das Bestmögliche bieten zu können und sie dahingehend auch zu unterstützen sowie voran zu bringen.

Gespannt können wir nur abwarten, wie der Ladenbau wohl in ein paar Jahren aussieht. Wie viel die Digitalisierung in den Läden Einzug erhalten hat und unser Verlangen sich bis dahin weiter ändert. Es bleibt spannend, ob sich smarte Einkaufswagen oder Spiegel durchsetzen werden und wir die Digitalisierung noch weiter im Ladenbau einbauen werden.

 

Quellen: POS Ladenbau, dlv-INSIDER

HAMO Ladenbau GmbH & Co.KG
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